Farben sind der Ausdruck von 💖 Emotionen. Genau deshalb funktioniert User Generated Content so gut.

Farben sind der Ausdruck von 💖 Emotionen. Genau deshalb funktioniert User Generated Content so gut.

Erik Reintjes, Miss Pompadour

Unser Podcast ist auf diesen Plattformen verfĂŒgbar

Die "Do It Yourself" (DIY) Branche ist gerade in COVID Zeiten enorm gewachsen, denn Viele von uns sind zu Hause gesessen und haben sich ĂŒberlegt, was können wir verschönern / erneuern / verbessern. Ideen haben wir uns dazu oft von Pinterest oder Instagram geholt, denn viele Influencer haben ebenfalls ihr HĂ€ndchen fĂŒr Inneneinrichtung entdeckt. Und so wurde auch das Thema Farben fĂŒr InnenrĂ€ume und Möbel enorm spannend.

Denn aus Alt mach Neu funktioniert damit vergleichsweise einfach. MissPompadour ist eine der Marken, die sehr oft im DACH Raum mit dieser Entwicklung in Verbindung gebracht wird. Denn sie waren nicht nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sie haben es von Anfang an auch hochprofessionell geschafft ihre Kunden aktiv in die Kommunikation mit einzubinden. ZusÀtzlich haben sie vom Beginn an ihren Kunden Ideen und Inspirationen auf den Weg mitgegeben. So wurden sie schnell zum neuen Shooting Star der E-Commerce Branche.

Genau ĂŒber diesen Start und wie sie die herausfordernden Zeiten zu Beginn gemeistert haben, darĂŒber hat Stephan mit Erik in der aktuellen Podcast Folge gesprochen.

Folgen Transkription

Stephan: Erik Herzlich willkommen im Matching eCommerce Podcast. Freut mich sehr, dass du dir Zeit genommen hast, mit mir hier zu plaudern.

Stephan: Vielen Dank fĂŒr die Einladung.

Erik: Du und dein Unternehmen Miss Pompadour, ihr seid momentan so wirklich die BĂŒhnen Stars in der eCommerce Branche. Ich glaube es vergeht kaum eine Woche, wo ich nicht irgendwo einen Beitrag ĂŒber euch lese. Aber erzĂ€hl doch mal den Zuhörern im Podcast, die dich vielleicht noch nicht kennen, wer du bist und was ihr eigentlich macht.

Stephan: Ja, Rockstars, das klingt sehr hoch. Also mein Name ist Eric Reintjes. Ich bin einer der der Co GrĂŒnder von Miss Pompadour. Äh, Miss Pompadour. Wir sind eine Farb Marke. Jetzt kann man so sagen NatĂŒrlich sind wir ein eCommerce Unternehmen. Wir haben sozusagen fĂŒr uns seinen Weg gesucht, unseren unser Produkt gut an den Kunden zu bringen. Und nachdem meine MitgrĂŒnderin Astrid viele Jahre stationĂ€r gearbeitet hat, haben wir gesagt okay, wir nutzen jetzt mal die neue Welt sozusagen und haben unser Produkt online auf den Markt gebracht und aus dem stationĂ€ren Handel rausgenommen.

Erik: Jetzt Farben ist doch ein sehr emotionales Thema und ein Thema, wo wir wissen, dass jeder ein bisschen anderen Bezug dazu hat. Wie habt ihr es geschafft, dieses Produkt online so zu verkaufen, dass die Konsumenten dann tatsÀchlich zufrieden sind? Weil wir wissen alle, Du glaubst, eine Farbe schaut so aus, dann malst du deine Wand und denkst Habe immer ganz anders vorgestellt.

Stephan: Ähm, ja, ganz naiv. Also es war ja jetzt gar nicht so unser unser Anspruch am Anfang. Wir wollen jetzt so gut wie möglich Farbe verkaufen, sondern wir haben halt damals diesen Onlineshop gestartet und haben gemerkt, da ist so ein bisschen Nachfrage. Also gestartet heißt, wir sind online gegangen und hatten keinerlei Kunden und auch keinerlei Ahnung von von Werbung online und wie das Ganze eigentlich funktioniert. Und man kann so ein bisschen sagen Wir sind aus dem Herzen. HĂ€ndler Also wir kommen aus einer Handels Familie. Meine Großeltern waren schon HĂ€ndler und wir haben uns einfach gedacht, wie schafft man es, so ein Produkt, was so im Beratungs intensiv ist, online zu verkaufen? Ich kann als Beispiel noch sagen, dass unser grĂ¶ĂŸter Lieferant eine große Studie gemacht hat mit einer bekannten Unternehmensberatung, die nach drei Monaten gesagt hat Farbe ist online nicht verkaufbar. Dann haben sie das wieder eingestampft. Aber dadurch, dass wir das gar nicht so analysiert haben, sondern einfach probiert haben, haben wir eigentlich so agiert, wie wir in unserem GeschĂ€ft schon agiert haben. Wir haben dem Kunden versucht, das Produkt zu erklĂ€ren. Wir haben versucht, das Produkt zu zeigen, indem wir mit diesen Vorher Nachher Bildern angefangen haben. Mit der Facebookgruppe Damals noch, als wir da gestartet sind, war so Facebook Gruppe das Ding. Da hat Facebook seinen Fokus drauf gelegt und dann haben wir die Kunden fĂŒr sich selbst sprechen lassen. Die haben unser Produkt gekauft, haben Vorher Nachher Bilder gemacht. Andere Kunden haben es gesehen und haben gesagt Wie cool ist das denn? Und dann haben wir einfach versucht, alle Wege zu nutzen, um unseren Kunden dieses Produkt so gut wie möglich zu zeigen, dass Fragen gar nicht offen bleiben. Also bei uns ist einfach Ein ganz wichtige SĂ€ule ist die Kundenberatung, wo wir ja auch mit WhatsApp eigentlich einer der Vorreiter waren vor zwei Jahren in Deutschland. Und genauso unsere Community, die unser Produkt fĂŒr uns mit verkauft.

Erik: Ich. Ich glaube, das ist einfach wahnsinnig wichtig, was du hier sagst. Auch diese Beratung, weil gerade in den letzten zwei Jahren, wir waren noch nie so viel zu Hause wie jetzt, und viele Leute sind auf die Idee gekommen, ich möchte es bei mir daheim was Ă€ndern. Egal ob im Wohnzimmer, im Schlafzimmer, in der Garage, ganz egal. Und Pinterest ist ja tatsĂ€chlich voll von guten Ideen, was man alles machen kann. Und ich glaube, diese Community Inspiration ist ja auch fĂŒr euch wahnsinnig wichtig.

Stephan: Um.

Erik: Eure potenziellen Kunden auf Ideen zu bringen.

Stephan: Ja, weil Streichen an sich ist eigentlich gut. Manche Malermeister werden jetzt sauer sein, aber streichen an sich ist eigentlich das leichteste Handwerk. Es kann jeder machen. Dose auf abkleben streichen. Trotzdem wir haben fast 80 % weibliche Kunden. Trotzdem haben unsere Kundinnen eigentlich haben immer sehr große. Angst davor, das zu starten. Also, man könnte ja was. Es könnte ja was schiefgehen. Das Schlimmste, was eigentlich schiefgehen kann, ist du streichst die Farbe. GefĂ€llt dir nicht? Dann streicht halt wieder neu. Also, du hast nur nun Aufwand. Aber unsere Kundinnen streichen ja nicht nur WĂ€nde, sie streichen ja auch KĂŒchenmöbel. TĂŒren. Also, wir nutzen Farbe sozusagen als komplett Verwandlung des Zuhauses. Aber bevor sich unsere Kundin das trauen oder diese Angst verlieren, mĂŒssen wir sie ĂŒberzeugen, dass es gar nicht so schwer ist. Und da greifen wir ein. Einen Blogartikel oder eine ED kann das nicht machen. So, das heißt, wir mĂŒssen eigentlich immer den Kontakt zu unserer Kundin haben und am besten so nah wie möglich. Und wenn wir das schaffen, diese Angst zu nehmen und dieses Projekt funktioniert hat, dann ist die Kundin eigentlich so begeistert, dass sie in unserem Kosmos bleibt und sagt Okay, ich mache das nĂ€chste Projekt und das nĂ€chste Projekt. Deshalb ist diese Beratung essenziell fĂŒr uns.

Erik: Okay, ich mags bei euch im Onlineshop, denn ihr habt etwas gemacht, was man in den wenigsten Shops findet, NĂ€mlich zwei Dinge aus meiner Sicht Einerseits ich kann als allererstes mal aussuchen, nach welchem Material oder welches Material möchte ich bearbeiten? Ist es Holz? Ist es meine Wand? Ist es PVC? Ganz egal was. Und im ersten Moment ist es als typische eCommerce Berater so wo sind denn die Produkt Bilder? Normalerweise wenn ich in Obi Bauhaus Onlineshop gehe, habe ich die Dose der Farbe und weiß Dose. Bei euch sind die Farben tatsĂ€chlich die Produkt Bilder. Wie seid ihr dazu gekommen?

Stephan: Ja, es ist. Am Ende kauft der Kunde ja einen Farbton. Also man kann auch ein bisschen unterscheiden zu uns, zu uns als Farbfilm und anderen Farbfilm. Wir sind sehr produktiver Projekt Plastik. Das heißt, unser Kunde geht bei uns auf die Seite, schaut sich unsere YouTube Videos an oder redet mit unserer Kundenkommunikation Ă€h Kundenberatung und sagt Ich möchte dies unterstreichen. Und dann kommt erst die Entscheidung am Ende, wenn er weiß, das und das oder sie, aber hauptsĂ€chlich sie das weiß. Am Ende kommt dann okay, so das Produkt brauche ich den und den Pinsel brauche ich und dann die Entscheidung fĂŒr den Farbton. Also bei anderen Farbfilm ist es eher so, das gehen wir einfach in den Baumarkt. Da habe ich halt direkt die Farbpalette. Ich suche mir einen Farbton aus und schaue dann erst mal Kann ich dieses Produkt eigentlich dafĂŒr nutzen? Das ist bei uns so ein bisschen, ein bisschen anders. So. Aber dadurch, dass unsere Kunden im Vorhinein schon entschieden haben, welches Projekt sie machen wollen, mĂŒssen wir sie bei den Produkt nur noch abholen mit den Farbton, der ihnen gefĂ€llt. Aber selbst das ist digital extrem schwierig. Man muss auch diese Bilder bei uns oder man kann sie nicht als Verkaufsargument nutzen. Viele Kundinnen von uns kaufen erst einmal die Farb karten. Wir haben halt diese Fahrkarten Sets, wo wir hinten auf die RĂŒckseite auch noch mal wirklich die, die den Ton beschreiben mit einem QR Code, wo der Kunde dann auch wieder jede ErklĂ€rung zu dem Produkt bekommt. Und dann meistens kommt erst die Kaufentscheidung. Deshalb Die Bilder sind zwar bei uns wichtig, um dem Kunden das Onlineshop GefĂŒhl zu geben, aber es ist nicht unser Haupt Verkaufsargument.

Erik: Okay, ihr habt ja auch begonnen, das Ganze trotzdem noch mal einen Schritt weiter zu bringen mit eurer App, die ihr auch anbietet, damit man sich quasi in Augmented Reality tatsÀchlich die Farben ansehen kann. Wie wird denn das angenommen von den Kunden?

Stephan: Also die App im Allgemeinen wird sehr gut angenommen. Ich bin immer erstaunt, wie wie gut die Conversion Rates ĂŒber die App sind und vor allem auch, wie oft diese App geöffnet wird. Über 30 % der Downloader öffnen die App jeden Tag, obwohl wir ĂŒberhaupt nicht keinen großen neuen Input schaffen. Wir haben natĂŒrlich schon Möglichkeiten, Push Benachrichtigungen und dass man auch mal Inhalte Ă€ndert. Aber es ist jetzt keine lebende App wie jetzt ein Social Media. Aber trotzdem scheint dieser Griff in die Hosentasche. Oder bei den, wo das Handy dann auch ist, da zu sein. Dieses Darstellen der Farbe an den WĂ€nden, das Wir haben ja mit unserem dritten GrĂŒnder, mit Niklas, einfach einen absoluten Programmierers Profi. Da ist so ein bisschen Spielerei, die Erde fĂŒr sich programmiert hat. Wir sehen das in der Zukunft als extremst gute Möglichkeit. Aktuell finden wir es. Die Technik hat noch nicht gut ausgesehen, also gut genug ausgereift. Es ist einfach. Es ist unglaublich schwierig, Farbe real digital darzustellen. Weil du hast das Tageslicht nicht, Du hast die Reflexion nicht. Du hast die QualitĂ€tsunterschiede der Farben nicht. Wir haben ja Farben, die sind auf Kreide Basis. Wir haben Farben, die sind auf Pflanzen Basis. Da bricht das Licht ganz anders. Und das sind alles Dinge, die mĂŒssen wir immer noch verbal kommunizieren oder ĂŒber sehr gutes Video und Fotomaterial. Aber am Ende sieht der Farbton bei jedem anders aus und das ist auch immer noch bei der AR Technik das Problem. Dass diese zwar hilft, eine Entscheidung zu treffen, welcher Farbton könnte passen? Am Ende sieht der Farbton aber leider noch nicht so aus, wie wenn ich ihn streiche.

Erik: Aber ihr seid jetzt zumindest schon mal Vorreiter in dem Bereich. Ich glaube, spĂ€testens wenn Apple wie schon lange angekĂŒndigt im nĂ€chsten Jahr dann die nĂ€chsten Features auch fĂŒr iPhones und Ähnliches anbietet, wird sich das immer weiterentwickeln und auch weiter in der breiten Masse angenommen werden.

Stephan: Total. Ja, das ist. Ich sehe es gerade so ein bisschen wie der QR Code, der die letzten zehn Jahre eigentlich tot war, durch Corona wieder ein Revival bekommen hat und auf einmal von allen genutzt wird. Und so sehe ich es mit der Technik auch gerade. Es ist einfach noch eine ganz coole Spielerei und unsere App User freuen sich darĂŒber. Was zum beispiel. Sehr beliebt ist, ist die Pimpen Funktion. Die könnten die meisten ja auch aus Photoshop. Das heißt die Kundin kann ihr Handy auf einen Farbton halten und unser System sucht dann im Endeffekt den fast identischen Farbton bei uns aus dem Shop raus. Das ist zum Beispiel super, wenn ich jetzt neue Kissen gekauft habe und ich möchte den Farbton auch noch an der Wand haben und sowas. Das sind so so Add ons die, die bringen wirklich den Kunden weiter. Was die Technik in der Zukunft bringt, schauen wir. Aber da versuchen wir immer gleich als erstes State of the Art zu sein, weil das macht den Unterschied zu den anderen oder vor allem zum stationĂ€ren Handel.

Erik: Finde ich. Finde ich wahnsinnig spannend, wo ihr auch Vorreiter seid oder zumindest sehr viel BemĂŒhungen. Meiner Meinung nach gibt dieses ganze Thema Usage generated Content und Bewertungen. Ihr seid da wirklich sehr aktiv. Ihr seid so sensationell bewertet. Ich glaube 4,9 ist der Durchschnitt. Das muss man mal schaffen. Aber war das von Anfang an fĂŒr euch klar, dass diese Interaktion mit dem Kunden langfristig euch zum Ziel bringen wird? Und wie habt ihr das ganze Thema Bewertungen bei euch in den Prozessen implementiert?

Stephan: Genau. Also Bewertungen oder auch die Interaktion mit dem Kunden ist unsere ist unsere Essenz des Unternehmens. Also wir haben ziemlich großes Kunden Beraterteam mit 15 festangestellten Mitarbeitern, die die von Montag bis Samstag von 9 bis 9, die unsere Kunden beraten sehr stark ĂŒber Messenger, WhatsApp. Und auch da ist natĂŒrlich diese diese Kommunikation schon sehr auf einer persönlichen Ebene. Die Kundin schickt Bilder, sie erzĂ€hlt, was sie streicht, sie schickt Videos. Wir antworten darauf. Wir legen die richtigen Produkte in den Warenkorb. Schon fĂŒr die Kunden schicken durch den Link auf WhatsApp. Die Kunde muss bestellen. Das heißt wir versuchen einen, er muss nur noch bestellen. Das bedeutet, wir versuchen, ein Rundum Sorglos Paket zu schaffen. Das wiederum spiegelt sich auch dann in den Bewertungen wieder, weil die Kunden auch noch im Nachgang dann schreibt Es war so cool, ich habe meine KĂŒche super gestrichen, Die Nachbarin war da, die beste Freundin war da. Alle wollen das jetzt auch machen und dann mĂŒssen wir oder dĂŒrfen wir eigentlich nur noch schreiben. Das ist super cool. Das hilft uns auch noch, wenn uns eine tolle Bewertung dazu gibst und dann machen sie das auch. Ja. Zudem ist unsere Return Quote bei unter einem Prozent. Das ist im eCommerce wahrscheinlich ein Novum. Aber das liegt halt auch daran, weil wir diese Investition machen, die Kundin von Anfang an richtig zu beraten. Und wenn dann doch mal was zurĂŒckgeschickt wird, dann ist es eigentlich, weil sie zu viel oder zu wenig bestellt haben, also das dann oder meistens dann zu viel, weil sie dann sagen okay, das habe ich fĂŒr mich noch mal falsch berechnet, aber wenn diese Entscheidung gefallen ist fĂŒr den Farbton und wir sie da so gut unterstĂŒtzt haben und das Projekt funktioniert, dann ist dieser dieser Zyklus fĂŒr uns natĂŒrlich ideal von beraten, perfektes Kauf Erlebnis und dann hintenraus noch die Bewertung, die wir jetzt mit Reviews i. O machen. Also wir sind da umgestiegen von Trusted Shop auf Reviews und versuchen da natĂŒrlich der der Kundin dann auch noch die den Weg zur Bewertung so leicht wie möglich zu machen.

Erik: Finde ich wirklich extrem gut. Lasst uns doch mal dazu zurĂŒckspringen, wie ihr als Unternehmen eigentlich gestartet seid. Ihr seid ein GrĂŒnderteam von drei Personen. War von Anfang an klar, wie die Aufgabenverteilung sein wird, wie das Unternehmen aufgebaut werden soll?

Stephan: Nein, Also wie jetzt? Also ich kann es ja ganz ehrlich erzĂ€hlen. Wir sind einfach wirklich da reingestolpert in das Ganze. Ich habe, ich habe Mode und Design Management studiert mit Fokus auf Marketing. Meine Schwester ist seit 25 Jahren selbststĂ€ndig mit Gastronomie und der Niklas ist unser Taki, der in Finnland bei einem Robotics Startup gearbeitet hat. Und wir haben einfach geschaut. Oder wir haben einfach gemerkt, dass unsere Talente gut zusammenpassen. Jeder ist in seinem Bereich. Weiß er, was er tut? Wenn. Wenn der Niki irgendwas im Backend programmiert fĂŒr unsere Logistik, dann muss ich nicht anfangen, irgendwie reinzureden und zu sagen Mach es doch lieber so, weil ich habe einfach keine Ahnung davon. So, und also ich bin. HauptsĂ€chlich jetzt alles, was Marketing, Außenwirkung zu tun hat Branding. Astrid leitet bei uns die die sexy Sachen, also Logistik und Einkauf. Aber ist natĂŒrlich auch total involviert in die Produktentwicklung. Und genau Niklas ist sozusagen der, der bei uns mit seinem Team in Finnland alles, was irgendwie mit der Programmierung zu tun hat, vorwĂ€rts bringt. Also Shop, System, App, Logistik, Bezahlsysteme. So dieses ganze Ă€hm, ja. Und es ist dadurch, dass wir da so ein bisschen reingestolpert sind, hat sich einfach gezeigt, wer welche Bereiche gut ausfĂŒllt. Und so haben wir das dann die Teams auch aufgebaut. Also ich kĂŒmmere mich wirklich um alles, was mit dem Verkauf zu tun hat, von Marketing bis Kundenberatung und Astrid. Alles was mit Logistik, Einkauf, Produktion zu tun hat und Niklas, die die Theke Dinge. Und so funktioniert das sehr gut fĂŒr uns.

Erik: Okay, das ist auf jeden Fall eine perfekte Zusammensetzung, was man ja auch merkt, weil bei euch im Team jetzt. Die ganz ehrlich war das, als ihr zusammengesessen, gesagt und gesagt habt Wir wollen Farbe verkaufen? War das immer schon das Produkt oder war es einfach Wir wollen online was verkaufen? Das Produkt schauen wir uns dann dazu, was irgendwie zu uns passt?

Stephan: Genau. Es war so, dass ich als Abschlussarbeit an der Uni sozusagen die Chance hatte, Bachelorarbeit oder Unternehmer ein fiktives Unternehmen grĂŒnden. Und ich habe dann gesagt, warum fiktives Unternehmen, wenn man nicht auch ein reales Unternehmen grĂŒnden kann. Und bin dann auf meine Schwester und meine Mutter, die damals dieses GeschĂ€ft hatten, zugegangen. Habe gesagt Ich möchte gern euer GeschĂ€ft online bringen. So, das heißt, da hatten wir alles, was mit Interieur zu tun hatte Lampen, Möbel, Geschirr und halt auch diese Farben. Weil also eine unserer Farbwerke, die wir auch noch verkaufen, fanden, gepasst, weil die beiden nach Holland gefahren sind, Tschechien gefahren sind, Frankreich, um alte Möbel zu kaufen und sie zu restaurieren. Und irgendwann kamen mal die Kunden und haben gefragt was nehmt ihr da fĂŒr eine Farbe? Und dann haben sie diese Farbe auch im GeschĂ€ft verkauft. So, und als wir dieses GeschĂ€ft dann mit Nici Silke, damals noch ein ganz klassischer WordPress Book Commerce Shop aufgestellt haben, haben wir halt gemerkt okay, eCommerce ist halt nicht nur die Seite ist da, weil man wird halt nicht gefunden. Und vielleicht muss man mit Wohnaccessoires jetzt nicht auch anfangen, wenn solche Leute oder so gute Firmen wie Westring usw schon am Start sind. Das war also die Prime auch von diesen, von diesen Shops und aber wir haben halt gemerkt, dass diese. Wenn wir Bilder gepostet haben, auch damals schon. Facebook war das noch hauptsĂ€chlich, die mit Farbe zu tun hatten, dass die Nachfrage sehr schnell da war. Das war so was ist das? Warum kann ich den Tisch damit streichen? Wie? Ihr streicht eine TĂŒr damit. Man muss dazu sagen, meine Mutter hat wirklich immer alles gestrichen. Der die erkennt da halt keinerlei Angst. Wenn. Wenn dir was nicht gefĂ€llt, dann streicht sich sie ist und so haben wirs halt auch gezeigt. Und dann haben wir das war irgendwie so, so eine Hook. Und dann war ich mit Niklas drei Wochen mit einem VW Bus in Frankreich unterwegs und wir haben gesagt okay, jetzt haben wir schon ein bisschen investiert in den Job, jetzt bauen wir ihn einfach noch mal so um, dass wir nur die Farben drin haben. Und ich versuche mit Astrid zusammen, dass wir irgendwie das Marketing ĂŒber unsere Facebookgruppe aufgebaut kriegen. So und so ist es dann entstanden und dann dadurch, dass wir diese Sachen schon angesetzt hatten und dann Corona kam, hatten wir zufĂ€llig einen Vorsprung vor anderen. Also die BaumĂ€rkte hatten noch nicht auf Farbe online gesetzt. Also man sieht ja jetzt auch erst, dass Hornbach und so weiter. Wirklich in diesen eCommerce rein startet. Meiner Meinung nach sehr gut, aber sie fangen jetzt halt erst richtig an, er und die anderen Farbfilm denkt noch gar nicht digital, die fangen erst, die checken jetzt erst, dass solche wie wir ĂŒberhaupt da sind. So, und das heißt, wenn die Leute am ersten Tag des Lockdown gesucht haben, Gartenzaun streichen oder TĂŒr streichen, weil sie das schon lange mal machen wollten, dann waren wir bei Google als erstes da und so so sind die Kunden bei uns rein geströmt durch den großen Zufall zu dem also sagen wir es mal, es war jetzt kein geplanter, war jetzt nicht geplant langfristig. Zudem ist irgendwie Pinterest auch noch durch unseren Shop gekrault und hat einfach alle Bilder rausgenommen und alle Blogartikel. Und schlagartig hatten wir eine extreme Sichtbarkeit auf Pinterest damals weiß ich auch bis oder wissen wir bis heute nicht, wie das passiert ist. Also ob ich irgendwie einen falschen Haken oder den richtigen Haken gesetzt habe. Aber es ist halt passiert und auf einmal hatten wir sehr viel Traffic und haben die Produkte sehr gut verkauft. Und dann der Lockdown und dann haben wir uns ĂŒberlegt, okay, Nick hat dann gesagt, okay, ich kĂŒndige meinen Job bei dem bei dem Text Startup. Ich habe gesagt, okay, ich gehe jetzt auch 100 % mit rein und Astrid war ja eh schon da. Und dann haben wir gesagt okay, wie machen wir das jetzt? Und dann haben wir uns hingesetzt, haben den Shop noch mal neu strukturiert, haben ĂŒberlegt, was brauchen wir dafĂŒr? Und wir brauchen auch eine Eigenmarke, weil wir natĂŒrlich gesehen haben durch Corona, durch Brexit. Wenn man abhĂ€ngig ist von Lieferanten, zumindest von Marken, dann wird dieses Business fĂŒr uns super schwer, weil nĂ€mlich diese Marken auch alle noch nicht so weit sind.

Erik: Ich finde ihr habts das super gemacht. Ihr habt es ja auch schon geschafft. Ich glaube vor kurzem, wenn ich mich nicht ganz falsch erinnere, dass er auch schon einen Welpen bekommen habe. Also tatsĂ€chlich auch hier wirklich gute Leute ĂŒberzeugen konntet, dass eure Story einfach tatsĂ€chlich nachhaltig ist.

Stephan: Genau. Wir waren die ersten drei Jahre komplett geputzt, rappt, was bei uns wirklich hieß. Kein einziger Kredit, kein Familien Kredit, keine Waren, Vorfinanzierung. Also wir haben eine Dose verkauft, haben uns ein bisschen Geld davon genommen, haben die zwei weitere Dosen gekauft und meine Schwester hat angefangen mit so einem Wand Regal mit so einem Billy Regal, wo 20 Dosen drin standen. Jetzt sind es dreieinhalbtausend Quadratmeter Logistik FlĂ€che. Und genau das ist. Und so haben wir das aufgebaut. Komplett. Wir haben halt immer so lange Dinge gemacht, bis sie so wehgetan haben, dass wir uns entschieden haben okay, jetzt brauchen wir da einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin. Jetzt brauchen wir da vielleicht doch mal einen Tool fĂŒr. Und so weiter. Wir waren bis vor eineinhalb Jahren, wie gesagt immer noch mit einem Millionen Umsatz bei, mit einem Webshop da und bis wir dann mal gesagt haben okay, jetzt mĂŒssen wir auf Shopware umsteigen. Genau. Und wir haben oder Ich habe den Sven Ritter ĂŒber seinen Podcast kennengelernt und unsere Geschichte hat dem sehr, sehr, sehr gut gefallen. Und wir haben. Über ein Jahr lang auch miteinander gesprochen, unsere Ideen ausgetauscht. Es war jetzt auch nicht, dass wir uns auf den Markt geschmissen haben und gesagt haben Okay, wir brauchen jetzt Geld. Sondern das hat sich so entwickelt in der Partnerschaft. Und dann hat er halt auch noch diese Investoren mit reingeholt. Mit dem GrĂŒnder von BSD zum Beispiel, die GrĂŒnder von Road Surfer. Also alles Leute, die wirklich schon tolle Unternehmen gebaut haben. Und da haben wir jetzt sozusagen. Finanziellen kleines Investment aufgenommen, aber haben auch mit diesen Leuten einfach ein unglaubliches Wissen fĂŒr die Zukunft. Wenn wir jetzt sagen Internationalisierung, das haben die halt alles schon gemacht und das ist es, was uns daran interessiert hat. Also smart Money sozusagen. Tolle, tolle Mittel, Mitstreiter und jetzt nicht das klassische VC Geld und so so hat sich das entwickelt.

Erik: Mega spannend die Story. Wo soll es denn hingehen fĂŒr euch? Was ist denn das Ziel so in ein, zwei Jahren fĂŒr fĂŒr mich?

Stephan: Ja, was heißt das? Was ist immer das Ziel? Das ist immer die große philosophische Frage. Nein, also man kann es ganz klar sagen, der Farben Markt in Deutschland ist um die 6 Milliarden groß dieser Bauten Markt. Jeder hat irgendwie was mit dem Thema streichen zu tun. Sei es ich zieh aus der Wohnung aus, weil ich streichen muss oder ich mache es halt bei mir zu Hause. Schön. Und gerade mal 5 % dieses Marktes sind digital online. Ja, so und das ist wir sind der Meinung, dass ĂŒberhaupt dieser DIY Bereich können wir Baumarkt auch mit dazunehmen. All dieses Selbermachen ist unserer Meinung nach das nĂ€chste große eCommerce Ding. Also was irgendwie Schuhe war, Fashion war, Möbel war dann vielleicht sogar wieder solche Assets wie Autos. Und jetzt glauben wir, dass DIY einfach das der Der nĂ€chste Schwung ist von stationĂ€rer in den Onlinehandel. Und deshalb ist es eigentlich unser Ziel. Wenn wir sagen, aus diesen 5 % 20 % zu machen. Na und? Wir werden es nicht alleine hinkriegen, das ist uns klar. Wir hoffen das auch, oder Wir sehen ja auch, dass jetzt ein paar mehr dazukommen. Aber allein schon, wenn wir diesen Schwung schaffen, ist es fĂŒr uns einfach eine super feine Geschichte. Zudem ist dieser Farb markt wirklich eingestaubt. Es ist dieser klassische Old White Man Market und man kĂ€mpft gegen so viele Dinge daran, dass es das wir uns eigentlich schon gedacht haben. Wir sehen es gar nicht, eines nicht diesen Markt zu zu verĂ€ndern, weil es ist. Es ist super schade, dass dieses Thema irgendwie noch in Bereichen liegt, die in der heutigen Zeit noch nicht angekommen sind. Und was bei uns halt nochmal so ein essenzielles Ding ist, ist halt auch dieser Support der Frau. Klingt jetzt erst ein bisschen komisch, aber zum Beispiel auch hier wieder BaumĂ€rkte sind einfach. MĂ€nnerdomĂ€nen auch immer, er, sei es Marketing, sei es Kommunikation, sei es Produkte. Und wir sehen ja, dass dieser Schnitt bei Frauen extrem starr ist. Dinge selber zu machen und auch Dinge selbst anzupacken. Und wir sind da ja selber so ein bisschen reingerutscht. Aber 50 % der Bevölkerung in Deutschland ist weiblich. Ist halt einfach so und die werden in diesem Bereich komplett ignoriert. Und durch unsere klar, unsere Mitarbeiterinnen sind 95 % weiblich, das heißt da ist auch nochmal ein persönlicher Push dahinter. Aber wir sehen halt, dass des Marktes, der total ignoriert wird und den wird auch daher noch mal super gerne umbrechen wollen. Und da das Handwerk auch an die Frau bringen wollen und das ist auch so einer, wo wir sagen, das ist fĂŒr uns die nĂ€chsten zwei, drei Jahre extremst wichtig.

Erik: Also ich glaube, kombiniert hier mehrere Bereiche, die einfach in den nĂ€chsten Jahren wichtig sind, sowohl wirtschaftlich als auch soziologisch. Und wo ihr sicherlich die Möglichkeit habt, hier einiges auch zu bewegen, was natĂŒrlich dann wieder endet in Produkt, Verkauf, Service, Verkauf. Das ist ja klar, so ganz klar, wenn man sich das anhört. Ihr habt eine super spannende Reise jetzt schon in den letzten Jahren hinter euch. Wie ist denn als einer der drei GrĂŒnder dein Alltag? Wie bist du strukturiert? Bist du jemand, der um 5:00 in der FrĂŒh aufsteht und die Welt niederreißt? Oder wie? Wie machst du's?

Stephan: Also, 5:00 in der FrĂŒh ist gar nichts fĂŒr mich. Leider. Ich bin so ein totaler Projektarbeit. Also, ich bin immer extremst neidisch auf Leute, die von sich aus Dinge getaktet abarbeiten. Ich bin so jemand. Bei mir muss der Input von außen kommen und dann arbeite ich. Das heißt aber auch ich arbeite eigentlich immer. Das ist aber jetzt nicht dieses dieses Jahr. Ich schreibe 18 Stunden am Tag und weiß nicht mehr, wie ich vom Schreibtisch aufkommen, sondern es ist eher dieses klar Emails abarbeiten, Calls machen mit den Mitarbeiterinnen aber dann auch wieder eine Stunde lesen, was andere machen. Einfach mal durch die Stadt laufen, Inspiration holen, irgendwas sehen, dann aber diesen Input nehmen, wieder auf anderen weiterschicken, dass sie damit arbeiten können. Und dadurch bin ich eigentlich andauernd in diesem, in dieser Art Workflow. Also und wenn Dinge dann erledigt werden mĂŒssen, dann auch wieder konzentriert. Aber das ist bei mir wirklich so eine Mischung aus konzentrierten Arbeiten und Inspiration von außen holen. Es gibt auch das sage ich auch ganz ehrlich, mal Tage, wo ich gar nichts arbeite. Also nicht nicht fĂŒr mich. Pompadour arbeite, aber einfach auch mal sage Heute funktioniert gar nix. Laptop zu, Ich setze mich auf die Terrasse und dann kann es aber sein, dass ich am nĂ€chsten Tag wieder 15 Stunden vor dem Computer sitzt. Und ja, das ist, glaube ich, dieses kreative Arbeiten, wie man es vielleicht sagen wĂŒrde. Aber ich bin kein gutes Vorbild, was Dinge angeht, wie Struktur, Tools, aufgerĂ€umte Desktops. Morgens nur Saft trinken Und so weiter. Sondern was fĂŒr mich ganz wichtig ist, ist Sport dabei. Einfach, weil es den körperlichen Ausgleich macht. Aber diese coole Silicon Valley GrĂŒnder Reise kann ich nicht erzĂ€hlen, weil's einfach auch nicht stimmt. Aber. Ja und ehrlich gesagt selbststĂ€ndig machen und so ein Business aufbauen. Und dann auch nicht in zwei Jahren ĂŒber 70 Mitarbeiter und so, das ist dann einfach, das tut einfach auch weh. Also es ist einfach schmerzhaft, es tut weh, es ist anstrengend. Viele schlaflose NĂ€chte, viele Ängste, aber auch tolle positive Erlebnisse. Ähm, gehört alles dazu?

Erik: Gab's da irgendwas? Tschuldige, wenn ich da einhaken, aber gab es in diesen Jahren des selbststÀndig machens und diesem Aufbau, wie du sagst, dieser super spannenden Reise? Irgendwas, wo du gesagt hast, habe ich komplett unterschÀtzt davor.

Stephan: Ja wie stocksteif Deutschland immer noch ist, was GrĂŒnden angeht. Also jetzt habe ich das GlĂŒck, dass ich, dass wir zu dritt sind, das heißt, wir können das auf mehrere Schultern verteilen. Ich bin aber auch sehr froh, mit mit Astrid auch schon eine an der Seite zu haben, auch wenn wir Geschwister sind. Aber jetzt auch einfach mal im Business Kontext, die halt vieles schon mitgemacht hat. Aber es sind halt so Dinge, dass man sich jeden Tag den Hintern aufreißt und versucht das Beste fĂŒr sich und seine Mitarbeiter zu geben. Und dann steht halt jemand an der TĂŒr und sagt Ja, Berufsgenossenschaft haben Sie Sicherheitskosten an der Wand und hier die Messer mĂŒssen so rum in der Schublade liegen und und das hĂ€uft sich dann ganz schnell. Dann auf einmal kommt das Finanzamt hier mit. Dann hatten wir das ist glaube ich auch bekannt, extremes Problem im Datenschutz. Wir hatten Cookie Banner nicht richtig und das war gerade in der Zeit, wo das Datenschutz Amt in Ansbach angefangen hat zu sagen okay, jetzt gehen wir mal raus, jetzt holen wir uns die Leute. Und wir waren einer der ersten Shops, der da drin war. Und wenn auf einmal so ein Brief kommt mit acht Seiten, was wie wo falsch ist und wenn das nicht bis in vier Wochen geĂ€ndert ist, man im Knast sitzt, in AnfĂŒhrungszeichen oder 10 % seines Umsatzes als Strafe zahlen muss, dann tut es halt wirklich richtig weh. Und so ist man andauernd. In so einer Phase des Man kann nicht nach vorne arbeiten und nicht der Wirtschaft Deutschland helfen, sondern eigentlich denken, weil man kĂ€mpft immer nur gegen jetzt kann. Ich kann gar nicht, dass jetzt gerade nur auf Deutschland fixieren oder wenn deutsches Unternehmen sind. Aber ich denke, BĂŒrokratie ist ĂŒberall ein grĂ¶ĂŸeres Problem und da bereitet einen auch keiner drauf vor. Und da und das Schöne ist dann auch, wenn man dann die Leute fragt, die man ja als Berater hat, also Steuerberater, BĂ€nker. Und so weiter. Dann sagen die dann immer nur Ja, das hĂ€tten sie auch wissen mĂŒssen. Und dann sage ich mir Ja, woher hĂ€tte ich das denn wissen mĂŒssen? Das dafĂŒr habe ich doch euch. Und so ist es halt immer. Im Endeffekt kriegst du erst mal eins auf den Deckel. Erst mal wieder ein Schlag in die Magengrube und dann musst du dich wieder aufbauen und weitermachen. Weitermachen. Und das sind so Dinge eben, den ich. Der mich fragt Soll ich grĂŒnden? Sag ich ja, tu es. Wenn du bereit bist, Schmerzen zu ertragen und das jeder gegen dich ist. Und das ist halt schon eigentlich schade, weil ich glaube dadurch auch viele Ideen und gute Firmen entweder dann halt abwandern. Ich verstehe auch, warum viele dann in die USA gehen oder so, aber ja und das erzĂ€hlt er und es weiß auch keiner. Es erzĂ€hlt einem auch keiner.

Erik: Ja, also ich finde spannend, jeder Unternehmer mit dem ich spreche und ich bin jetzt auch seit zehn Jahren selbststĂ€ndig erzĂ€hlt genau dasselbe. Und spannenderweise Du findest diese Themen nie in einer FH oder Uni Professur zu Entrepreneurship Nix Oder wird dir erzĂ€hlt, wie toll es ist und Skalierung hier und alles mögliche. Aber genau diese Themen, warum man dann schlaflose NĂ€chte hat, die werden scheinbar so vorenthalten, dass jeder oder viele diese Schmerzen selber leiden mĂŒssen.

Stephan: Aber das macht selbst unsere Branche. Also wenn ich auf einer OMV bin oder auf einer K5 oder jetzt dmexco, wo ich jetzt zwar gerade nicht bin, aber ich auch die VortrĂ€ge sehe. Da denke ich mir Leute, das Warum sagt ihr nicht mal die RealitĂ€t? Und das ist so schade. Ich wĂŒrde mich wirklich mal gerne auch an alle Zuhörer, die so was organisieren. Ich wĂŒrde auch gerne mal eine halbe Stunde erzĂ€hlen, das nicht alles nur Einhörner und rosa Watte ist, sondern dass das jeden Tag kĂ€mpfen ist und ob es am Ende gut wird weiß, weiß man halt auch nicht. Also jetzt bei uns lĂ€uft es jetzt gerade ganz gut. Aber auch wir mĂŒssen natĂŒrlich sagen, wir haben uns dieses Jahr auch anders vorgestellt. Wir hĂ€tten nicht damit gerechnet, dass jetzt wieder die nĂ€chste große Katastrophe kommt. Ich will das gar nicht kleinreden, aber das hat einfach dieses Du. Du musst die ganze Zeit gegen Widrigkeiten ankĂ€mpfen. Und das ist, das ist wirklich das Anstrengendste bei dem Ganzen. Und das sagt einem auch keiner. Und das wird auch wenig auf LinkedIn geschrieben. Und das finde ich eigentlich schade, weil es wĂŒrde vielen helfen, glaube ich, dass sie nicht alleine sind.

Erik: Was wĂ€re denn dein Tipp fĂŒr andere GrĂŒnder jetzt? Abgesehen davon, dass man glaube ich eine dicke Haut braucht, um so was durchzustehen und nicht irgendwann aufzugeben? Aber gibt es dieses eine Ding, was du sagst? Das braucht ihr, um euch selbststĂ€ndig zu machen, damit es auch funktionieren kann.

Stephan: Ähm, eine gewisse NaivitĂ€t. Also Dinge einfach machen. Das ist, glaube ich, das was, was wir auch machen. Also wir. Wir machen Dinge einfach. Du musst morgens aufstehen und. Du musst irgendwie fĂŒr dich und dein Unternehmen schon vier Schritte weiter sein und das dann auch direkt umsetzen und nicht zu sehr auf Trends schauen. Nicht so sehr auf Was machen die anderen? Das ist dein Unternehmen und du musst es so aufbauen, wie du meinst, dass es richtig ist. Ob das dann am Ende richtig ist, das zeigt sich. Und ich glaube. Und ich glaube, ich wĂŒrde es auch noch mal nicht alleine machen. Also wenn ich jetzt eine Beratung mache und sowas und es wirklich von meinem Wissen abhĂ€ngt. VerstĂ€ndlich, aber wirklich ein Unternehmen mit Produktion, mit Lager, mit allem. Also wenn wer das ganz alleine schafft, da habe ich extrem Respekt vor, weil es ist doch manchmal gut, wenn man auch Leute hat, mit dem man reden kann, mit denen man sich austauschen kann, die genauso denken und das das hilft mir persönlich sehr viel und ich glaube auch den zwei anderen, dass man den Kampf halt nicht alleine macht oder auch, dass man halt die Erfolge zusammen hat. Das ist ja auch schön. Also das wĂ€re glaube ich mein grĂ¶ĂŸter grĂ¶ĂŸter Tipp wĂ€re Suche dir entweder gute MitgrĂŒnder oder schau ob du Support aus der Familie kriegst, die dir da einfach gut helfen können und auch bei bei Fragen und so Also es ist schon wichtig auch Leute um sich rum zu rum zu haben, die vieles schon selber erlebt haben oder auch Wissen haben. Weil du kannst als GrĂŒnder nicht alles wissen, das muss dir klar sein.

Erik: Und ich glaube, dass das hilft. Auch, dass man nicht jeden Fehler wirklich selber macht. Man muss nicht alles selber machen.

Stephan: Nicht ĂŒber den engeren Keller.

Erik: Sagt Erich. Wir sind eh schon am Ende der Folge angekommen. Ich habe noch eine Frage. 20 22 ist ein, sagen wir mal, sehr eigenartiges. Ja, ich glaube, niemand hat damit gerechnet, dass wir uns in Europa mit den Themen beschĂ€ftigen mĂŒssen. Noch mal, die aktuell durch die Nachrichten tigern, Aber jetzt auf dich oder euch als Unternehmen bezogen Die Weihnachtszeit so um die Black Season steht bevor. Was sind Themen, an denen ihr jetzt noch arbeitet oder sagt okay, jetzt konzentrieren wir uns mal das WeihnachtsgeschĂ€ft und Weiterentwicklungen kommen dann im nĂ€chsten Jahr.

Stephan: Genau. Also WeihnachtsgeschĂ€ft ist ja jetzt gar nicht so unser Ding. Wir sind mehr die Zeit vor Weihnachten bzw Januar, Februar, MĂ€rz. Das sind so unsere Peaks, wenn halt das alles wieder neu gemacht wird. Ähm, wir werden auch dieses Jahr mal dieses Q4 Game spielen. Das heißt auch mal wirklich. Also wir machen schon seit Jahren den Better Friday, das heißt wir spenden also wir geben 20 % Rabatt, 10 % kriegt der Kunde, 10 % spenden wir. Das machen wir schon von Anfang an, weil wir es einfach ein bisschen anders denken wollen. Aber ich glaube, da gibt es auch einen Change in der Branche, aber auch Singles Day, auch Cyber Monday. Das werden wir dieses Jahr schon mal mitfahren. Einfach auch mal zu sehen, wie wie gut das fĂŒr uns funktioniert. Aber unser Fokus liegt jetzt im Q4 eigentlich auf Internationalisierung. Also wir werden noch Q4 in Holland und Frankreich starten und nĂ€chstes Jahr dann in weiteren LĂ€ndern in Europa. Und genau das ist eigentlich jetzt noch so unser Hauptfokus. Wir haben ja jetzt gerade vor einer Woche noch mal eine neue Eigenmarke gelauncht mit Little Pomp, also mit dieser Nursery Kinderzimmer Farbe, die speziell darauf ist, Babyzimmer Kinderzimmer zu streichen. Damit haben wir noch viel zu tun. Und genau aber dieses und Amazon haben wir jetzt frisch gestartet, was ja bei uns ja auch ganz Neues. Genau. Also diese fĂŒnf sechs Themen, die wir eh akut haben, die werden uns bis Ende des Jahres noch gut beschĂ€ftigen. Und dann ist einfach auch Plan Fokus trotz Investment eine gewisse ProfitabilitĂ€t. Es ist einfach fĂŒr uns gerade nicht die Phase wild wild zu wachsen bzw viel zu spenden, sondern wir schauen oder wir beobachten den Markt sehr stark und schauen, wie die Kunden kaufen. Und jetzt mĂŒssen wir einfach mal beobachten, wie ĂŒberhaupt der Konsum die nĂ€chsten zwei drei Monate vorwĂ€rts geht. Ich denke wir haben ein sehr. Krisen sicheres Produkt, weil man mit unserem Produkt so viel machen kann und halt auch. Leute, die vielleicht sagen okay, ich kann mir jetzt keine 10.000 € neue KĂŒche mehr leisten oder möchte sie mir leisten. Vielleicht streiche ich sie erst mal und mach das Investment dann in zwei, drei Jahren. Das ist natĂŒrlich fĂŒr uns super. Aber auch wir mĂŒssen jetzt gucken, wie es lĂ€uft. Und wenn. Wenn die Inflation so weitergeht und die die Nebenkosten Preise so weiter steigen, dann. Dann werden auch wir mal gucken mĂŒssen, ob wir noch Dosen verkaufen. Das ist. Aber wir tun unser Bestes.

Erik: Und ich glaube, das Wichtigste.

Stephan: Richtig.

Erik: Ist, Aus dem Rest kommen wir alle nicht raus. Das betrifft uns alle mehr oder weniger gleichermaßen.

Stephan: Aber es weiß jetzt glaube ich auch jeder. Und jetzt kommt es einfach drauf an, wer ein guter Unternehmer ist. Einfach guter Unternehmer sein und nicht nur Marketing machen, sondern einfach wirklich ein gutes Unternehmen fĂŒhren. Und ich hoffe, wir schaffen das.

Erik: Ich halte euch auf jeden Fall die Daumen, dass es funktionieren wird. Ich gehe ganz fix davon aus. Ja, ich bedanke mich ganz, ganz herzlich fĂŒr deine Zeit. War mega spannend und ich bin gespannt, wie es fĂŒr euch weitergehen wird, welche Wege einschlagen werdet. Ich werde es auf jeden Fall mitverfolgen. Und ja, vielen Dank nochmal, dass du im Podcast mit dabei warst.

Stephan: Vielen Dank dir und danke fĂŒrs nette GesprĂ€ch.

Erik: Sehr gerne.